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Die Beiwaffen des französischen Infanteristen


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von Patrick am 6.Jul.2004 14:42


Der Säbel der Infanterie war während der Revolutions- und Napoleonischen Kriege eigentlich nur noch ein Statussymbol. Tatsächlich im Kampf verwendet wurden die Säbel der Infanterie schon das ganze 18. Jahrhundet hindurch ncht mehr, in allen europäischen Armeen. Die Waffe für den - sowieso sehr seltenen - Nahkampf war das Gewehr mit Bajonett, weil es einfach die größere Reichweite hatte. Getragen wurde der Infanteriesäbel in der französischen Armee spätestens (die früheren Vorschriften kenne ich nicht) seit 1786 nur noch von den Grenadieren (und auch von den Voltigeuren bei ihrer Einführung im Jahr 1803) und von allen Tambours und Musikern, und allen Unteroffizieren, also auch denen der Füsiliere. Die Caporaux zählten eigentlich nicht zur Klasse der Unteroffiziere ("Sous-Offiziers" oder 1786 noch "Bas-Officiers"), sondern waren eine Art Gefreite, doch gibt es zeitgenössische Abbildungen aus der Kaiserzeit, auf denen die Caporaux der Füsiliere trotzdem den Säbel tragen. Wesentliches Zubehör der Muskete war das Bajonett, das nicht nur zur Abwehr von Kavallerie diente, sondern auch dazu, Angriffe gegen feindliche Infanterie zu unternehmen, und in den seltenen Nahkämpfen rumzusticheln. Zu jedem der französischen Gewehrmodelle gab es ein dazugehöriges Bajonettmodell. Diese Bajonette waren aber untereinander austauschbar, weil das Kaliber der Musketen, und damit auch der Laufdurchmesser, bei allen Gewehrmodellen derselbe war. "Charleville" ist übrigens nur der Standort einer sehr produktiven Gewehrfabrik, "St. Étienne", "Versailles" oder "Tulle" waren zum Beispiel weitere Fabrikationsorte. Der Produktionsort der Muskete wurde auf der Schloßplatte eingraviert. Die Gewehrmodelle, die während der Napoleonischen Kriege bei der Linieninfanterie in Gebrauch sein sollten, sind das "Modèle de 1776 numéroté 1777" (kurz "1777" genannt), das "Modèle Républicaine" (eigentlich kein echtes "Modell", sondern die Sammelbezeichnung für aus allen möglichen aus vorhandenen Gewehrteilen zusammengebauten hybriden Musketen) und das "Modèle 1777 corrigé an IX" (kurz "an IX"), das 1801 festgelegt wurde, aber erst seit 1803 in Produktion ging. Daneben gab es noch das Modell für Dragoner und Artillerie aus dem Jahr IX, welches wegen seiner kürzeren Lauflänge an die Voltigeure ausgegeben wurde. Die Garde hatte wieder eigene Modelle.

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